Rechenzentren verbrauchen weltweit etwa 1–1,5% des globalen Stroms – Tendenz steigend. KI-Training und -Nutzung sind die am schnellsten wachsenden Segmente. Für die öffentliche Verwaltung bedeutet das: Wer KI beschafft, beschafft auch Energieverbrauch.
Ein Rechenzentrum verbraucht pro Megawatt bis zu 1,8 Millionen Liter Wasser pro Jahr. Microsoft berichtete 2022, dass der Verbrauch ihrer Rechenzentren um 34% gestiegen ist – vor allem durch KI-Workloads. In Dürregebieten (Spanien, Kalifornien) wird das zunehmend zum politischen Thema.
Öffentliche Verwaltungen können mit Vorbildfunktion den Markt beeinflussen. Konkrete Maßnahmen:
Das Berliner Senatskanzlei testete drei Übersetzungs-Tools für Behördentexte. Neben Qualität und DSGVO-Konformität wurde der Energieverbrauch pro 1.000 Wörtern verglichen. Ergebnis: Das spezialisierte, kleinere Modell (nicht der generelle Marktführer) war bei gleicher Übersetzungsqualität 60% energieeffizienter. Es wurde für den Standard-Betrieb ausgewählt.
Die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) sind auch für deutsche Behörden relevant – insbesondere SDG 13 (Klimaschutz). KI kann zum Klimaschutz beitragen, verbraucht aber selbst Ressourcen.
Die öffentliche Verwaltung hat eine Vorbildfunktion. Wer KI-Systeme beschafft, ohne Energieverbrauch und Umweltbilanz zu prüfen, verschenkt politische Handlungsfähigkeit. Nachhaltigkeit gehört in jede KI-Ausschreibung – genauso wie Datenschutz und Barrierefreiheit.
Wie nutzen Sie KI in Ihrer Behörde zu diesem Thema? Teilen Sie Erfahrungen, stellen Sie Fragen — anonym oder mit E-Mail. Kommentare liegen auf eigenen Servern (DSGVO-konform).